Vom Leerstand zur Dorfmitte • Urbane Gemeinde Pölchow

BürgerGUTshaus

Spenden für's BürgerGUTshaus
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Im Zentrum der Gemeinde Pölchow befindet sich ein im 18. Jahrhundert erbautes, regionaltypisches Gutshaus umgeben von einem Gutspark mit altem Baumbestand sowie einer Festwiese und einem Teich. Das Gutshaus wird genutzt durch die Gemeinde selbst und zu Teilen vermietet an den Träger einer Kita und den Gemeindeverein, wobei letzterer einzelne Räumlichkeiten an Privatpersonen untervermietet. Das zuvor überwiegend Wohn- und Bürozwecken gewidmete Obergeschoss des Gutshauses ist derzeit ungenutzt, was erheblich zur schwierigen wirtschaftlichen Lage des Gutshauses beiträgt. Sogar ein Verkauf des Gutshauses war zwischenzeitlich in Betracht gezogen worden.

Es besteht jedoch großes Interesse vieler Bürgerinnen und Bürger, das Gutshaus für die Gemeinde zu erhalten. Offene Bürgerversammlung zu diesem Thema erhielten große Resonanz und es wurden bereits zahlreiche Ideen skizziert und gesammelt. In zahlreichen Arbeitseinsätzen unter dem Motto “Wir für uns” konnten in den vergangenen Jahren generationsübergreifend kleinere Projekte umgesetzt werden. Sie sind ein Beleg für ein klares Bürgervotum zum Erhalt des Gutshauses.

Für die Erhaltung und Entwicklung des Gutshauses sprechen vor allem zwei Punkte:

  1. Die Gemeinde selbst benötigt für die eigene Aufgabenerfüllung Räume im Gutshaus, insbesondere für die verantwortungsvolle gesetzliche Pflichtaufgabe der Kindertagesstättenförderung.
  2. Die im Gutshaus stattfindenden freiwilligen Angebote wie Förderung der Vereinstätigkeiten, Beratungsstellen, Jugend- und Seniorenarbeit sowie Sport- und Freizeitangebote bilden das Rückgrat der Kommune und sind prägende Faktoren für die Lebensqualität.

Startsignal November 2019

Im November 2019 hat die Gemeindevertretung auf Basis eines ersten Konzeptentwurfes des Bauausschussvorsitzenden Sven Wilken einstimmig beschlossen, das Gutshaus für die Gemeinde zu erhalten und weiterzuentwickeln. Mit diesem offiziellen Beschluss wurde ein wichtiges Signal für die Zukunft des Gutshauses gesetzt. In Treffen von Amtsverwaltung und Gemeindeausschüssen soll die Konzeptentwicklung organisiert werden. Außerdem werden die Gemeindeöffentlichkeit und alle an der Nutzung des Gutshauses interessierte Personen in den Entwicklungsprozess einbezogen.

Ziele

Ziel der Entwicklungsarbeit ist es, eine breite, jedoch auch am jeweiligen Bedarf orientierte Nutzbarkeit der Räumlichkeiten des Gutshauses sowie der Außenanlagen des Gutsparks zu erreichen. Eine schrittweise, bedarfs- und nachfragegerechte Umsetzung wird angestrebt, um nachhaltige und wirtschaftlich vertretbare Lösungen zu realisieren. Folgende Punkte gilt es zu beachten:

  • Leistung eines Beitrags zur insgesamt positiven Entwicklung der Gemeinde
  • Verbesserung der wirtschaftlichen Situation der Gemeinde
    • Vermeidung von Belastungen und Risiken für Unterhaltung und Betrieb
    • Sicherstellung der Erfüllung der Pflichtaufgabe Kindertagesstätten-Förderung
    • Wahrung des Wirtschaftlichkeitsgrundsatzes für freiwillige Aufgaben
    • Wirtschaftsförderung
  • Berücksichtigung der Interessen von Bürgern, Vereinen und Unternehmen
  • Verhinderung von Verkauf und somit Verlust von Gemeingut

Konzeptideen

Im Rahmen von Bürgerversammlungen wurden bereits viele Ideen generiert, welche durch den Bauausschuss zu einem ersten Entwicklungskonzept zusammengefasst und erweitert worden sind. Der Konzeptentwurf präferiert ein multifunktionale Nutzung als BürgerGUTshaus. Das Gutshaus soll in zentraler Lage ein Ort für Kita, urbanes Arbeiten, Wirtschaftsförderung und eine „neue Dorfmitte“ sein. Angestrebt wird ein sogenanntes multiples Gebäude, welches neben klassischer Nutzung auch eine variable multifunktionale Nutzung zulässt.

Multifunktionaler Bereich

Im Erdgeschoss des Gutshauses könnte ein multifunktionaler Bereich eingerichtet werden, bestehend aus großem Saal, Veranstaltungslounge, Küche und Bar. Es soll eine einfache, pflegeleichte, aber gleichzeitig warme und einladende Atmosphäre entstehen. Ein solcher Bereich wird durch seine Ausstattung und sein Fassungsvermögen von ca. 100 Personen für viele Zielgruppen attraktiv, beispielsweise für:

  • Bürgerbüro, Gemeindeversammlungen, Ausschusssitzungen
  • Kulturveranstaltungen, Schulungen und Seminare
  • Geschäftsveranstaltungen
  • Ausstellungen
  • Sportkurse wie Yoga und Tanz für Jung und Alt
  • Veranstaltungen für Kinder sowie Jugend- und Seniorentreff
  • Hochzeiten als anerkannte Außenstelle des Standesamtes
  • Diverse Privatveranstaltungen

Bürger Café

Zusätzlich könnte eine Nahversorgungsstelle oder Bürger Café mit Schwerpunkt auf regionalen Produkten und Erzeugnissen integriert werden. Für weniger mobile Menschen könnte der Dorfladen nicht nur Versorger, sondern zugleich Treffpunkt und Teil der dörflichen Lebenskultur werden. Der Betreiber könnte sein Angebot ergänzen um gastronomische Angebote (Café, Imbiss) oder Post- und Paketdienste.

Das Gutshaus mit angrenzendem Gutspark böte auch die Gelegenheit, einen Biergarten bzw. Kaffeegarten einzurichten. Gegebenenfalls könnten auch Gästezimmer angeboten oder eine Fläche für Zelte geschaffen werden. So könnte man den Standort für Radtouristen und Teilnehmer hausinterner Veranstaltungen attraktiver machen als ansprechende Möglichkeit, vor den Toren der Hansestadt Rostock zu übernachten. Der vorhandene Sanitärbereich mit Duschen wäre hierfür auszubauen.

Die bestehende Töpferei, Werkstatt und Bibliothek sollen in das Nutzungskonzept bestmöglich integriert werden, da sie durch die Bevölkerung bereits sehr gut angenommen werden.

Coworking Spaces

Durch die gute Anbindung an die Autobahn A20 sowie die Hansestadt Rostock sind die Räumlichkeiten des Gutshauses auch für Gewerbetreibende als Büroflächen interessant. Vorstellbar wäre, im Obergeschoss einen Bürokomplex zu schaffen, der zur festen Nutzung für Unternehmen oder zur zeitweisen Anmietung für Existenzgründer angeboten werden kann. Denkbar wäre im Obergeschoss auch die Realisierung von so genannten Coworking-Spaces, welche deutschlandweit jährliche Wachstumsraten von ca. 30% aufweisen. Die ländliche Idylle der Gemeinde bietet hier eine ruhige Alternative zur Hektik der Stadt. Ergänzt werden könnte das Angebot durch Arbeitsplätze und Ruhezonen in geeigneten Bereichen des Gutsparks.

BürgerGUTspark

Insgesamt wäre für den Gutspark anzustreben, diesen mit unterschiedlichen Projekten schrittweise zu kultivieren. Als erster Schritt ist eine Bewerbung als Außenstandort für die in Rostock stattfindende BUGA geplant. Ein BürgerGUTspark könnte als Beispiel für eine mit wenigen Mitteln umsetzbare, nachhaltige Entwicklung in ländlichen Lagen dienen. Denkbar wäre hier die Gestaltung mit:

  • Ruhezonen
  • Kunst (Skulpturen im Bürgerpark)
  • Kreativer Biergarten
  • Spiel (Boule, Discgolf, Schach)
  • Sport (Trimmdichpfad, Beachvolleyball)
  • Festwiese mit Feuerstelle
  • Naturbeobachtungsplätze
  • Naturlehrpfad
  • Zeltfläche für Radtouristen

Organisation

Das Betriebsmodell und die Organisationsstruktur sollten abhängig vom Bedarf und Aufwand der Verwaltung und Interesse möglicher Betreiber gewählt werden. Es sollte aber auf vorhandenen Strukturen aufgebaut werden. Denkbar wäre bei geringen bis mittlerem Aufwand wie bisher der Betrieb als Teil der Kommunalverwaltung ergänzt durch feste Vermietungen an den Gemeindeverein. Denkbar wäre auch der Betrieb durch einen festen privaten Anbieter. Hausmeisterservice und weitere Dienstleistungen könnten unter Einbindung schon vorhandener Arbeitskräfte realisiert werden.

Diskutiert werden zudem auch andere Formen für eine Trägerschaft bzw. Betrieb und Förderung, zum Beispiel durch einen Förderverein. Die Findung der richtigen Betriebsform wird Gegenstand der weiteren konzeptionellen Entwicklung sein.

Kontakt

Bei Interesse am BürgerGUTshaus, ganz gleich aus welchem Grund (Ideen für Nutzung, Sponsoring, Konzeptentwicklung, Kritik), schreiben Sie gern eine Nachricht an BuergerGUTshaus@gmx.de. Ihre Ansprechpartner sind:

  • Sven Wilken (Bauausschuss Gemeinde Pölchow)
  • Klaus-Michael Bull (Sozialausschuss Gemeinde Pölchow)
  • Irmgard Rautenberg (Bürgermeisterin Gemeinde Pölchow)

Materialien

Historie

  • Beschlüsse der Gemeinde zur Entwicklung des Bereiches seit 1992
  • Sanierung Dach, Fassade und Sockelbereich des Gutshauses
  • Diplomarbeit "Parkentwicklung für den Gutspark Wahrstorf", 2006 erstellt von Lars Krüger, betreut von Prof. em. Riedel, Frau Dipl.-Ing. Fischer (Univ. Rostock) und Herrn Claus (Amt WW) mit der Zielstellung:
    • Aufnahme und Bewertung des Baumbestandes einschließlich Vorschlägen für Baumpflegemaßnahmen, Rodungen und Nachpflanzungen
    • Erstellung eines Wege- und Gestaltungskonzeptes einschließlich Anbindung in die Landschaft und an das Dorf
    • Parkgestaltung unter gartendenkmalpflegerischen und naturschutzrelevanten Gesichtspunkten bei Berücksichtigung der durch die Nutzung vorgegebenen Belange
  • Rodung und Nachpflanzungen im Gutspark, 2007
  • Abschluss der Energetische Sanierung des Gutshauses und Erneuerung der Grundleitung und Formulierung eines Nutzungskonzepts Erdgeschoss, Seitentrakt und Obergeschoss
  • Schaffung der Gesundheits-Kita "Sonnenkäfer" im Gutshaus und Nutzung der hausnahen Flächen als Spiel- und Freifläche,
  • Sanierung des Wintergartens des Gutshauses und Schaffung eines barrierefreien Zugangs
  • Herrichtung einer Teilfläche als Festwiese für die Gemeinde mit Zuwegung und Stromversorgung, 2008
  • Vermarktung des Sanierungsgebietes am Gutshof und Schaffung des Wohnparks zum Großen Teich mit 24 WE, 2010-2014
  • Bürgerbefragung zur Gemeindeentwicklung, September/Oktober 2014
  • "Schule der Landentwicklung" zum Thema "Miteinander der Generationen", Oktober 2014
  • Vielfältige Bürgerbeteiligung bei Aktionen wie "Wir für Uns" zur Pflege und Erhaltung des Gutshauses und des Gutsparks
  • Schaffung einer neuen Straßenanbindung an das Gutshaus, 2019
  • Konzeptentwicklung BürgerGUTshaus und daraus folgende Beschlüsse der Gemeindevertretung, November 2019
  • Renovierungsarbeiten im Saal und Vereinsraum durch Bürger im Rahmen von "Wir für Uns", Oktober 2020
  • Stellung eines Bauvorbescheidantrages
  • Bewerbung als Außenstelle der BUGA, Dezember 2020